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Hekmat Dabbas

...wurde in Syrien geboren und hat fast sein ganzes Leben zusammen mit seiner Familie in Aleppo verbracht. Nach der Schule begann er an der Universit?t von Aleppo Bauingenieurswesen zu studieren. Als 2011 in Syrien Krieg ausbrach, wurden weite Teile der Stadt zerst?rt und tausende Bewohner flohen. Familie Dabbas blieb. Ein Jahr nach Ausbruch des Krieges erhielt Hekmat ein Studentenvisum fu?r Tschechien und verlie? sein Heimatland. Zweieinhalb Jahre lebte und promovierte Hekmat in Bru?nn, bevor er im letzten Herbst an die TUM nach Mu?nchen kam, um hier an der Fakult?t Bau Geo Umwelt zu studieren.

Seit 2011 herrscht in Syrien Krieg. Wie war Deine Situation damals?

Hekmat Dabbas: Als der Krieg ausbrach habe ich noch studiert. Natürlich haben meine Familie und ich die Situation vor Ort miterlebt, in Aleppo ist und war die Situation ja besonders schlimm. Aber die Bombardements wurden irgendwann zum Alltag. Einmal habe ich mich mit einem Freund im Gang der Universit?t unterhalten, da krachte eine Bombe in das Geb?ude. Wir duckten uns und hielten uns die Ohren zu, aber nachdem der Knall vorbei war, haben wir einfach weiter geredet. Es war schlimm aber irgendwann normal. Trotzdem, wenn ich heute die Bilder im Fernsehen sehe, kann ich sagen: Es ist schlimmer, als im Fernsehen.

Hattest Du schon immer den Wunsch ins Ausland zu gehen?

Hekmat Dabbas: Schon vor dem Krieg wollte ich in die Tu?rkei, um dort Medizin zu studieren und habe nebenher Tu?rkisch gelernt. Das hat aber leider nicht geklappt. So habe ich mein Studium 2012 mit einem Abschluss im Bauingenieurwesen in Aleppo beendet.

Wie bist Du nach Deinem Studium in Aleppo an die TUM gekommen?

Hekmat Dabbas: Sp?ter wollte ich unbedingt in Europa studieren, um bessere Chancen im Berufsleben zu haben. Doch die einzige Botschaft, die 2012 in Syrien noch ge?ffnet war, war die tschechische. Deshalb konnte ich nur ein Visum für Tschechien beantragen und habe mich an der Universit?t Brünn für eine Promotion beworben. Das hat zum Glück problemlos funktioniert. Dort war ich dann über zwei Jahre, habe aber die Promotion abgebrochen, um an der TUM zu studieren.

Warum hast Du Deine Doktorantenstelle aufgeben fu?r ein weiteres Masterstudium?

Hekmat Dabbas: Mein Traum war immer schon Deutschland gewesen. Hier ist die Ausbildung hervorragend und ein Studium in Amerika, das ich mir auch h?tte vorstellen k?nnen, h?tte ich mir im Vergleich dazu nicht leisten k?nnen. Das Thema der Promotion hat mir nicht so gut gefallen und dann habe ich mir gedacht, dass ich schon so nahe an Deutschland bin und dumm w?re, nicht gleich die Chance zu ergreifen, dort zu studieren. So kam ich schlie?lich an die TUM.

Wie gef?llt es Dir in Deutschland?

Hekmat Dabbas: Alles ist super, au?er dass meine Familie nicht hier ist. Sie sind in Aleppo und k?nnen es sich nicht leisten, von dort weg zu gehen. Ich habe meine Familie vor einigen Wochen zum ersten Mal nach drei Jahren wieder getroffen, aber beim Abschied wussten wir alle nicht, ob und wann wir uns wiedersehen werden. Das macht mich sehr traurig.

Seit kurzem bekommst Du das Deutschlandstipendium. Was bedeutet Dir das?

Hekmat Dabbas: Das Deutschlandstipendium hilft mir sehr. Ich habe einen Studentenjob und verdiene Geld, aber das Stipendium gibt mir die Sicherheit, dass ich auch ohne den Job zumindest weiterhin meine Miete bezahlen kann. Dadurch spare ich wertvolle Zeit, die ich für mein Studium oder Engagement nutzen kann. Ich m?chte mich in diesem Semester im Rahmen der ?Buddies for Refugees“ an der TUM für Flüchtlinge engagieren. Ich denke, dass ich mich da mit meiner Erfahrung und vor allem meinen Sprachkenntnissen sehr gut einbringen kann.

Wie hast Du vom Deutschlandstipendium erfahren?

Hekmat Dabbas: Ich habe mich im Studienservicecenter über Finanzierungsm?glichkeiten informiert und wurde dort auf das Deutschlandstipendium aufmerksam gemacht. Dann habe ich mich beworben. Als die Antwort auf meine Bewerbung per E-Mail kam, war ich gerade im Zug auf dem Weg nach Nürnberg zu einer Cousine. Damals konnte ich noch kein Deutsch und konnte so nicht lesen, was in der Email stand. Ich habe zwei Stunden gespannt warten müssen, bis meine Cousine das Schreiben für mich übersetzt hat: eine Zusage. Ich habe mich wahnsinnig gefreut.

Was sind Deine Pl?ne nach dem Master?

Hekmat Dabbas: Ich würde gerne zuerst in Deutschland einen Job finden und Erfahrungen sammeln. Und irgendwann sp?ter m?chte ich einmal meine eigene Firma leiten und unabh?ngig sein. Mein gr??ter Wunsch ist aber, wieder mit meiner Familie vereint zu sein. Niemand ist doch gerne allein.

Was würdest Du Deinem F?rderer – der MAN – gerne sagen?

Hekmat Dabbas: Ich würde mich gerne bedanken für die gro?zügige Chance, die MAN mir gibt als Student meine Kenntnisse zu erweitern und zu vertiefen, um sp?ter ein produktiver Teil der Gesellschaft zu werden. Die gewonnene Zeit m?chte ich auch nutzen um meine Deutschkenntnisse m?glichst schnell zu verbessern. Ich wertsch?tze das Stipendium sehr – vielen Dank MAN!

Was erwartest Du Dir von Deinem F?rderer?

Hekmat Dabbas: Ich würde mich sehr gerne beweisen und versuchen, mir einen Namen in der Entwicklung intelligetenter Mobilit?t zu machen. Deshalb kann ich mir auch sehr gut vorstellen ein Praktikum zu machen oder meine Masterarbeit bei MAN zu schreiben – vielleicht klappt es ja.

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